Tag des Kartenlesens

Am 21. Februar luden die Seeberger Vereine zu einer Schnitzeljagd durchs Dorf ein, um den Tag des Kartenlesens zu feiern. Vermutlich war es dem ungemütlichen Wetter geschuldet, dass sich nur ca. 20 Personen bei leichtem Nieselregen am Treffpunkt einfanden. Glücklicherweise stellte sich dieser jedoch bald ein, sodass die Schnitzeljagd trocken absolviert werden konnte. (mehr …)

Das Dorf zwischen Wümme und Moor

Seit 300 Jahren Seebergen – Dein Dorf feiert

Es begann alles mit etwa 30 Hofstellen. Während der Moorkolonisierung kamen mutige Menschen in einer unwirtlichen Landschaft zusammen und bildeten eine Gemeinschaft, die bis heute besteht. Rund 900 Menschen leben heute in Seebergen, dem Dorf am südlichen Rand von Lilienthal, zwischen Moor und Wümme gelegen. Einige der Hofstellen gibt es heute noch. Deren Geschichte wird im Jubiläumsjahr 2020 genau so in den Blick genommen, wie das Leben der Menschen, für die seit dem und bis heute in Seebergen das Zuhause ist. Am 22. Januar kamen etwa 70 von ihnen zum Brünings Hof in die Bergstraße. Bei Sekt und Plausch, Geschichten und Gesprächen begann das offizielle Jubiläumsjahr. Äußerer Rahmen war die Enthüllung eines Granitsteins, der von dem Steinmetz Georg Schumann mit dem Schriftzug „1720 Seebergen“ und der farbigen Mühle gestaltet wurde. Er ist einer von insgesamt drei Grenzsteinen, die in den kommenden Wochen an markanten Punkten an den Straßen in Seebergen aufgestellt werden.

1720 ist das Jahr, in dem Seebergen das erste Mal in den Geschichtsbüchern zu lesen ist. Und die Mühle, so erzählt der Hobby-Historiker, Albert Haltermann, hat in der Geschichte Seebergens von etwa Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre eine wichtige und sichtbare Rolle in Seebergen gehabt. „Die Farben, die hier verwendet wurden, rot, weiß, grün und blau, finden sich auch auf dem Grabstein der Familie Haltermann, der einstmaligen Müller-Familie, wieder.“ berichtet Haltermann den anwesenden Gästen. Klaus Krenzel, der an der Landesgrenze nach Bremen auf dem Hof seiner Familie das Binneboom-Museum betreibt, brachte aus seinen Schätzen dann auch ein Gemälde mit, dass die Seeberger Mühle im Jahr 1938 zeigt. „So sah es aus auf dem Mühlenberg.“ Ergänzte er die Mühlen-Geschichte von Albert Haltermann. Die Mühle findet sich daher zurecht im Wappen des Dorfes wieder und wird somit als Leitmotiv im Jubiläumsjahr immer wieder in Erscheinung treten.

André Germendorff, der erste Vorsitzende des Heimatvereins, begrüßte alle Anwesenden und dankte denen, die bis zum Feier-das-Leben-Tag, eben der Tag, an dem sich die Gästeschar am Brünings Hof zusammengefunden hat, im Hintergrund aktiv gewesen sind: Vorsitzende und Vertreter der Seeberger Vereine sowie weitere engagierte Seebergerinnen und Seeberger. „Ein ambitioniertes Festjahr wartet auf Seebergen – da braucht es bis hierher jede helfende Hand und auch bei dem, was wir uns ausgedacht haben, sind Freiwillige und Ehrenamtliche herzlich willkommen.“

Was genau alles wann und wo gefeiert wird, konnten die Gäste an diesem Abend auf dem ausliegenden hellblauen Flyer lesen. „Dieser blaue Zettel informiert euch in den kommenden Monaten über unsere Aktionen im Jubiläumsjahr!“ erläutert André Germendorff. Denn der blaue Zettel des Jubiläumsjahres ist eine Ergänzung zu den seit Jahren bekannten gelben Zetteln, die im Jahreslauf zu den Veranstaltungen für alle einladen. Denn trotz Jubiläumsjahr wird es auch die Aufräumaktion im Frühjahr, das Osterfeuer, die Ostereiersuche, das Familienfrühstück, Konzerte und Vorträge im Brünings Hof geben. Ein Blick in den Briefkasten wird sich also in jedem Falle lohnen!

Lydia Wiebalk.